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29. Dezember 2023 um 11:36 Uhr #1568
AnnöSpielerJa es war wohl einfach, dachte Feilan. Einfach zu verstehen doch schwer zu akzeptieren. Für soetwas wie Ehre und Prestige schlachtete der Feuerlord abertausende Menschen hin, zerstörte ihre Heimat, brachte Angst und Schrecken. Es war etwas, das die Heilerin niemals verstehen würde, weil sie es nicht verstehen wollte. Einfach nur etwas zu besitzen war etwas so unendlich leeres, wenn man es nicht liebte, und wenn man es nicht liebte, was war dann eigentlich der Sinn? Gleichzeitig war sie aber auch gebildet genug um zu wissen, dass das, was Yojana sagte, wahr war. Und das bedrückte ihr Herz, schwer. So viele wurden jetzt grad getötet oder mussten an der Seite des Feindes kämpfen, da sich wählen mussten zwischen der Treue zu ihrem Land und der Liebe zu den Menschen die sie liebten. Grausamkeit hatte so viele Gesichter, und grad schienen es mehr und mehr zu werden.
Man sah Feilan an, wie das Gehörte ihr Gemüt schwer machte. Yojanas freundlicher Wunsch in ihren letzten Worten, jetzt gerade fühlte er sich an wie eine Utopie. Die Heilerin wusste, dass sie sich zusammennehmen musste und auch würde. Doch sie hatte nicht wenig geweint in den letzten Monaten, aus Angst um Sangye, aus Sorge um ihre Heimat, sowohl hier als auch im Nördlichen Wasserstamm, aus Sorge um die Zukunft. Und jetzt kam dieses Gefühl grad wieder. Sie atmete durch.
„Diesen Krieg zu beenden“ sagte sie langsam, den Blick auf die Aussicht der Stadt vor ihnen gerichtet. „ist wie eine schwierige Krankheit zu besiegen. Wir kämpfen, nach bestem Wissen und Gewissen, so lange bis der Kampf vorüber ist weil der Tod oder das Leben Einzug gehalten haben. In diesem Kampf ist selten etwas gewiss. Aber die Hoffnung geben wir niemals auf, das ist unsere Pflicht. Und manchmal geschieht ein Wunder, wie jenes, das Sangye bewirkt hat.“. Der Gedanke tröstete Feilan und sie nickte nochmal leicht, bevor sie ein leichtes Lächeln wiederfand und zu Yojana schaute. „Ich hoffe auch, das Meimei niemals wird kämpfen müssen. Aber wenn sie es doch muss… hoffe ich das Euer Sohn sie so gut darauf vorbereiten kann, das ihre Chance am Leben zu bleiben größer ist als die zu sterben.“. Sie wusste, als sie das sagte, das es somit entschieden war. Sie würde zuerst mit Yoshu sprechen, noch einmal genauer sprechen über das, was er Meimei beibringen würde. Doch wenn sie wirklich wollte, würde Feilan ihr nicht im Weg stehen.
„Sagt… wie stehen die Chancen, das Ihr Eure Tochter und Euren Mann ebenfalls nach Ba Sing Se holen könnt?“, fragte Feilan dann, als ihre Gedanken von ihrer eigenen Familie zu Yojanas wanderten. „Hat man sich dazu schon geäußert?“. Im Grenzgebiet war es unendlich viel gefährlicher, und diese beiden Menschen wären nicht nur für die Erdnation gute Geiseln, sondern auch für die Feuernation. Yoshu war ein so hervorragender Kämpfer und Bändiger, das er eigenhändig die Familie des Kronprinzen hatte retten können. Wie viel vermochte dann erst seine Mutter, die jetzt vor allem im Herz des Reiches verweilte?
21. Dezember 2023 um 11:13 Uhr #1564
AnnöSpielerFeilan hörte ihr zu, der Geschichte von Yojanas Tochter und von den gnadenlosen Gesetzen, welche in ihrer Welt wohl geherrscht hatten. Es war eine Härte, die Feilan selbst so nicht kannte. Sicher gab es unter Heilern auch einen Wettbewerb, aber das war eigentlich meist eher ein Zeichen mangelnder, geistiger Reife. Ihre Mission das Leben der ihnen anvertrauten Menschen zu verbessern verband sie, und wenn sie sich austauschten wuchsen alle. Doch sie hatte auch durch ihre Reisen gelernt, dass dies eine Haltung war, die besonders war für den Ort, an dem sie aufgewachsen war. Spätestens, als sie zumindest am Rande des Hofes zu leben begonnen hatte, war ihr das noch deutlicher geworden. Und so verstand sie das gezeichnete Bild, die Implikationen, die Schwierigkeiten.
„Das klingt nach einer Herausforderung, für Euch und Eure Tochter.“, antwortete Feilan schließlich. „Nun, und im Anbetracht der jetzigen Zeit war es eine wichtige Entscheidung, so schwierig sie gewesen ist. Aber das kann man natürlich nicht absehen… ich muss jetzt auch entscheiden, ob ich Meimei diesen Weg gestatte, und ich möchte gestehen, das mir das nicht leicht fällt. Nicht, weil es nicht der Weg unserer Familie ist, sondern weil ich es schwer ertrage meine Kinder in Gefahr zu sehen. Doch sich nicht verteidigen zu können ist wohl die größere Gefahr, und vor allem bewahren kann sie ohnehin niemand.“. Wieder seufzend versteckte sie ihre kühl gewordenen Hände in ihren Manteltaschen.
„Die Frage, die mich nicht loslässt, ist, wie weit sie noch gehen werden.“, sprach sie dann weiter, ihren Gedanken folgend während sie die Schneelandschaft um sich rum betrachtete. „Die Feuernation. Wir haben weder mit diesem Ausmaß gerechnet, noch mit dieser Vehemenz. Und diesmal ist kein Avatar da, der ihnen Einhalt gebietet. In meiner Naivität dachte ich, das ein einzelnes Land doch unmöglich den Krieg an so vielen Fronten aufrecht erhalten kann. Und doch tun sie es. Wie schätzt Ihr das ein, die ihr mehr versteht vom Handwerk des Kämpfens?“. Ihr Blick ging zu Yojana. Das war jetzt eine politische Frage, vermutlich auch eine über die Yojana hatte bereits Aussagen machen müssen. Doch Feilan war nicht in Berührung mit diesen Bereichen des Hofes und hatte in vielen Dingen nur sich und ihre Gedanken.
14. Dezember 2023 um 10:39 Uhr #1556
AnnöSpielerDas sie sehr gut war, und das die Verbindung zu den Kampfkünsten etwas besonderes war, das spürte Feilan sehr genau. Es war eben gerade das, was sie so unruhig machte, wenn sie ehrlich war. Doch wenn sie schon mal ehrlich war, wusste sie auch, dass sie Meimei nicht von etwas trennen würde, das diese liebte. Und war es nicht sogar besser, wenn sie sich verteidigen konnte, sollte der Krieg wirklich länger anhalten? So hatte sie es bis eben noch gar nicht gesehen… in jedem Fall wusste sie, dass es vermutlich besser war bald eine Entscheidung zu fällen, um ihrer Tochter gegenüber fair zu sein. Sie würde heute Abend mit Yuan sprechen, beschloss Feilan in diesem Moment.
Dann murmelte Yojana weiter und fast hätte die Heilerin verpasst, was sie gesagt hat. Ihre eigene Tochter? Irgendwie hatte Feilan gedacht, dass ihre Kinder doch vermutlich alle begeisterte Kämpfer waren, aber warum sollte das so sein? Vielleicht war ihre Tochter auch eine Meimei, die die Vorlieben der Familie nicht teilte? „Eure Tochter konnte sich nicht für die Kampfkunst begeistern?“, fragte Feilan also nach, mit echtem Interesse. Dann konnte Yojana ihr Dilemma vielleicht besser verstehen als gedacht.
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Annö.
11. Dezember 2023 um 12:01 Uhr #1554
AnnöSpielerVöllig absorbiert hing Meimei an Yojanas Lippen und hörte der Geschichte zu. Auch Feilan lauschte aufmerksam. Eine Kampfkunst, deren Triebkraft nicht Wut und Zorn waren. Sie musste sich eingestehen, dass es im Moment schwer war, sich das vorzustellen, mit dem Krieg, der über allem hing wie eine finstere Wolke. Eine Kraft die kämpfte und dabei nicht zerstörte? Wobei Zerstörung ein Teil der Natur war, dachte Feilan dann. Zerstörten sie nicht auch, um den Körper zu schützen und zu erhalten? Wenn eine Wunde vergiftet war, musste manchmal sogar ein Körperteil abgetrennt werden, um den Rest zu retten. Sie schnitten, stachen, brannten aus… War es am Ende so ein großer Unterschied.
Nachdenklich beobachtete Feilan, wie Meimeis Augen begeistert leuchteten, als die Geschichte endete und ihre Tochter zu ihr aufschaute. „Werde ich eines Tages auch so eine Kriegerin sein, Mama?“, fragte sie ehrfürchtig. Einen kurzen Moment schwieg Feilan, dann lächelte sie leicht. „Wenn du fleißig bist, dann vielleicht.“, antwortete sie. Sofort wurde der Ausdruck in dem kleinen Gesicht wieder entschlossen. „Gut, dann fange ich jetzt gleich damit an!“, erklärte sie und richtete sich auf, drehte sich um, eilte ein paar Schritte zur Treppe zurück, bremste, kam zurück und verbeugte sich vor Yojana, sich wohl an ihre Manieren erinnernd. „Vielen Dank für Eure Worte, Meisterin Yojana. Ich wünsche noch einen schönen Tag!“, rief sie aus und stürmte dann zurück zur Treppe.
„Bitte üb aber drinnen, es ist kalt! Und zieh die Stiefel an der Tür aus, wegen dem Schnee!“. Feilan meinte noch ein sich entfernendes „Okeeee.“, zu hören, aber selbst wenn es so war hieß das noch gar nichts. Leise seufzte sie mit einem Lächeln. Sie hatte nicht umsonst einen etwas robusteren Teppich im Terassenzimmer. „Sie ist wirklich sehr begeistert von Yoshus Unterweisungen.“, erklärte Feilan ihrer Begleiterin. „Sangye interessierte sich schon früh für Heilkunst, aber Meimei ist ganz anders…“ Nachdenklich schaute sie zurück zur Treppe, wo nur noch kleine Spuren erinnerten das ihre Tochter hier eben noch langgalloppiert war.
10. Dezember 2023 um 21:30 Uhr #1552
AnnöSpielerYojanas Lob ließ Meimei wieder grinsen und Feilan konnte sehen, wie sie sofort selbstbewusster wurde, noch einen Schritt auf die fremde Frau zuging, dabei aber ihre Hand jetzt auf Feilans Knie ließ und sich dagegen lehnte. Ein bisschen Schutz wurde also trotzdem gebraucht und die Heilerin legte nur zu bereitwillig ihre Hand auf die kleine behandschuhte Hand ihrer Tochter. Es tat wirklich gut, das sie da war, dachte Feilan. Sie vertrieb die düsteren Gedanken wie ein Zauberspruch.
Meimei hörte Yoshus Mutter wie gebannt zu und dachte dann sehr genau über die Frage nach. „Ich mag es Leute umzuwerfen!“, erklärte sie dann begeistert. „Das ist sehr toll! Oder auch wenn man so steht mit den Beinen gaaaanz breit und so tief. Dann fühle ich mich sehr gefährlich!“. Wieder grinste sie ein bisschen, dann wurde ihr Gesicht aber plötzlich ernst. „Meister Yoshu hat aber gesagt man soll niemanden umwerfen einfach nur weil man das kann! Ich möchte das schon gerne, manchmal, wenn mich jemand ärgert, aber er sagt man soll nur kämpfen wenn es nötig ist! Außerdem möchte ich denen nicht weh tun, sie wissen ja gar nicht wie gefährlich ich bin!“. Sie nickte und Feilan fühlte erneut einen Schwall innere Wärme. Sie hörte da auch die Erziehung raus, die Yuan und sie versuchten zu vermitteln, auch wenn Meimei ihre Haltung gerade bei Yoshu verortete. Das war nachvollziehbar, denn offensichtlich lag ihr das was er lehrte, so wie auch mit ihm zusammenzuarbeiten. Es war offensichtlich, wie sehr sie aufblühte, seit sie damit angefangen hatte – und es war zugegebenermaßen auch ganz angenehm, da sie jetzt einen Ort hatte, wo sie einen guten Teil ihrer Energie lassen konnte, was es SEHR viel leichter machte, sie Abends ins Bett zu bringen.
„Irgendwann“, erklärte Meimei weiter, sehr ernsthaft. „Möchte ich auch mit dem Schwert kämpfen, so wie Meister Yoshu. Dann kann ich meine Mama und meinen Papa und Sangye und aaaalle Leute von Ba Sing Se beschützen! Dann können sie Sangye nicht mehr jagen, weißt du? Sie haben sie gejagt und wir hatten schreckliche Angst das sie sie kriegen. Das darf nicht wieder passieren!“. Natürlich hatte Meimei Sangyes Verschwinden mitbekommen, und obwohl sie sich tapfer gezeigt hatte wurde Feilan in diesem Moment klar, wie sehr dieses Ereignis ihr Kind noch beschäftigte. Ja, Meimei war noch so jung, und auch wenn sie sich nicht immer sehr gut verstanden hatten früher, so war Sangye doch ihr ein und alles und sehr wichtig, genau wie ihre Eltern. Sanft strich Feilan über Meimeis Rücken, als würde sie nur Schnee abstreifen wollen, doch eigentlich wollte sie sie gern in den Arm nehmen. Doch Meimei stand da, die Hand auf ihren Knie doch mit erhobenen Kopf, und ihr ernster kindlicher Blick sprach über ihren Kampfeswillen.
9. Dezember 2023 um 13:42 Uhr #1550
AnnöSpielerAls Meimei begriff, das ihre Anfrage erfolg hatte, und Yojana aufstand, hüpfte sie neben ihre Mutter auf die Bank und verfolgte mit größter Spannung, was gesagt und getan wurde. Während der Vorführung hing ihr Blick wie gebannt an Yojana, aber das war auch nicht schwer. Die Bewegungen der Meisterin waren beeindruckend und auch Feilan war für einen Augenblick ganz bei dem, was sie sah. Der Schal wurde wie zu seinem Teil von ihr und bewegte sich auf Weisen, die Feilan nicht für möglich gehalten hatte. Als die Vorführung endete klatschte Meimei begeistert in die Hände und ihre Mutter tat es ihr gleich, wenn auch zurückhaltender.
„Wow!“, rief Meimei aus, „Ich wusste gar nicht dass das geht! Eigentlich ist der Schal ganz weich aber dann schnippt er so und… wow!“. Es war offensichtlich, das sie gar nicht ganz verstand, was sie gesehen hatte, aber das war auch nicht wichtig. Auf Yojanas Worte hin wurde die Miene des Kindes allerdings plötzlich ernst, fast ein bisschen gewichtig. „Meister Yoshu hat gesagt“, begann sie. „Das der Schüler dem Meister vertrauen soll und der Meister sagt, wann der Schüler was lernen soll. Ich muss ihn also erst fragen.“. Dazu nickte sie und Feilan lächelte erneut in sich hinein. Wenn sie mal zu Hause so folgsam wäre…
Die Heilerin konnte es sich nicht nehmen lassen, nebenbei ein bisschen Meimeis Mantel zu ordnen und ihn vernünftig zuzuknöpfen, denn jetzt saß sie und rannte nicht und die Kälte würde hineinkriechen. Ihre Tochter schien das kaum zu bemerken, sie dachte immer noch nach, dann schaute sie plötzlich zu ihrer Mutter. „Mama, besucht uns Meisterin Yojana mal wieder?“, fragte sie hoffnungsvoll. Das wäre jetzt der Moment gewesen an dem Feilan hätte erwähnen können, dass Yojana hier wohnte, aber das würde vielleicht nicht für lange sein und außerdem müssten sie diesen unruhigen Floh dann irgendwie vom Gästetrakt fernhalten. Also nickte sie langsam. „Ja, Meisterin Yojana möchte sogar gern einmal mit uns zusammen Abendbrot essen und sie muss sich oft in unserem Haus mit anderen beraten. Aber“, setzte sie nach als Meimei schon losquietschen wollte. „Sie hat viele wichtigen Aufgaben, wegen des Krieges, verstehst du? Du musst sie immer Fragen, ob sie Zeit hat, und auf sie hören wenn sie sagt, dass es grad nicht geht. In Ordnung?“.
Die Erwähnung des Krieges ließ selbst Meimeis Miene etwas ernster werden und sie nickte. „Ja, Mama“, antwortete sie, dann ruckte ihr Kopf schon wieder rum zu Yojana. „Könnt Ihr auch mit dem Schwert kämpfen? Und mit anderen Waffen? Und ohne Waffen? Wie lange übt Ihr schon?“, fragte sie aufgeregt, während Feilan fertig war ihre Garderobe herzurichten. Sie hatte in den Taschen des Mantels sogar Mütze und Handschuhe gefunden und die irgendwie wieder ans Kind gebracht, wie lange auch immer sie da bleiben würden.
9. Dezember 2023 um 12:26 Uhr #1548
AnnöSpielerMeimei grinste von einer roten Backe zur anderen als sie den Applaus bekam und schien sehr zufrieden mit der Wirkung ihrer Vorführung. Man konnte genau sehen, wie ihr Übungsmindset endete, wie die gerade Haltung zu einer laxeren, kindlicheren wurde und wie sie einige Schritte in Richtung Feilan machte, sich dann doch Yojana zuwandte, Ausdruck der Aufregung sowie daraus resultierenden Unklarheit, wo sie denn gerade sein wollte. Auf das Lob nickte sie leicht und grinste noch ein bisschen mehr – was unendlich süß war wie Feilan fand – dann sprach Yojana weiter.
Auf ihre Worte hielt Meimei inne und ihre Stirn runzelte sich, als sie nachvollzog was Yojana gesagt hatte. Für ihren jungen Geist war das noch ein wenig verschachtelt, doch nicht zu sehr. Ihr Blick ging sicherheitshalber zu ihrer Mutter, dann wieder zurück zu der Frau mit der sie gerade sprach. „Mein Lehrer ist Meister Yoshu.“, erklärte sie schließlich. „Also wenn Ihr einen Sohn habt der Meister Yoshu heißt dann… ja.“. Wieder einen Moment nachdenken, dann wurden ihre Augen groß. „Oh.“, entkam es ihr. „Das heißt Ihr seid… ehm… Yoshus Mama?“. Ihr Blick ging wieder zu Feilan, die sanft nickte, was ihre Augen noch größer werden ließ. „Oh!“, rief sie erneut aus. „Yoshu hat gesagt er ist ein Meister weil seine Mama ein Meister ist. Dann müsst Ihr ja richtig richtig RICHTIG gut sein!“.
Die Neugierde in ihrem Blick konnte jetzt nicht intensiver sein. Aufgeregt ging sie die letzten Paar Schritte bis zu Feilan, zu ihrer Seite an der nicht Yojana saß, und die Heilerin spürte eine kleine erhitzte Kinderhand, die ihr Knie streifte, einen Moment Sicherheit suchend bevor die Neugierde wieder überwog und sie wieder einen Schritt näher an Yojana treten ließ, wo sie stehen blieb, vor Aufregung kaum auf dem Fleck bleibend. Wieder musterte sie die Schwertmeisterin, von oben bis unten. „Also“, begann sie dann. „Mh… macht Ihr auch Vorführungen?“.
DAS war für Meimeis Verhältnisse schon beeindruckend indirekt, dachte Feilan mit einem inneren Schmunzeln. Es kam nicht selten vor das ihre Tochter, alle Regeln der Höflichkeit und mitunter auch persönlichen Distanz in den Wind schlagend, herausplatzte was sie gerade wollte, doch vielleicht weil Feilan ihr vorher signalisiert hatte das Höflichkeit angebracht war, deklarierte sie zumindest nicht völlig direkt, das sie unbedingt sehen wollte welche – vermutlich total coolen und tollen – Bewegungen Yojana so vollbringen konnte.
9. Dezember 2023 um 11:34 Uhr #1546
AnnöSpielerMeimeis Blick wurde noch neugieriger, als Yojana sich Meisterin nannte, denn durch den Unterricht bei Yoshu war das eine Anrede die ihr geläufig war. Feilan rechnete fast damit, dass sie jetzt mit einer Frage rausplatzte, doch dann überwog doch das wiederkehrende dringende Bedürfnis zu teilen, was sie heute so begeistert hatte. Auf die Aussage, dass sie nicht störte, erwiderte sie immer hin noch ein höfliches „Danke sehr.“ mit der Andeutung eines Knicks, dann geisterte ihr Blick aber wieder zurück zu ihrer Mutter.
„Wollt Ihr dann jetzt allein sein oder… kann ich…“, murmelte sie, während ihre Augen bettelten das ihre Mutter jetzt nicht „ja“ sagte. Feilan wurde das Herz warm und sie musste lächeln. „Nein, Liebes, du kannst uns jetzt gern zeigen, was du gelernt hast. Meisterin Yojana beherrscht auch die Kampfkunst und möchte es sicher auch gern sehen.“.
„Echt?!“, platzte es aus Meimei heraus und sie musterte Yojana nochmal mit einem neu gefundenen Respekt. Ab jetzt würde sie aufpassen müssen, dass Meimei sich nicht ständig in den Gästetrakt schlich, stellte Feilan still fest. Ihre Tochter erholte sich zumindest von ihrer Überraschung und ging schien sich zu sammeln, dann nahm sie sich überraschend noch die Zeit, sich ordentlich hinzustellen und zu verbeugen, bevor sie anfing. Mit einem Mal war Meimei ruhiger und gesammelter, was Feilan im Stillen beeindruckte. Ihre Tochter hatte die Energie einer Herde fliegender Bisons und ihre Konzentration war normalerweise überall, doch grad war sie fokussiert. Sie fing eine Bewegungsfolge an, schien etwas zu vergessen, korrigierte sich, und führte es dann nochmal hintereinander vor. Sie war sogar recht lang, diese Folge, doch sie schien sich genau zu erinnern. Das Ende der Darbietung schien erreicht, als sie sich erneut verbeugte.
Feilan lächelte daraufhin liebevoll und schaute zu ihrem Gast, der sicherlich mehr zu dem sagen konnte als sie selbst, die zum einen nicht sehr viel von Kampfkunst verstand und zum anderen mehr als voreingenommen war, denn dies hier war ihre entzückende kleine Tochter.
8. Dezember 2023 um 11:40 Uhr #1544
AnnöSpielerJa, dachte Feilan und nickte, die Feuerbändiger würden kämpfen müssen. Das war absolut gewiss, denn nichts würde den Wahrheitsgehalt ihrer Worte mehr prüfen als gegen die eigene Nation zu stehen. Ob Yoshu dann auch würde an der Mauer kämpfen gehen wollen, an der Seite seiner Mutter? Nun, man würde es sehen. Feilan stimmte all dies traurig. Niemals hätte sie sich träumen lassen, das all dies in so kurzer Zeit geschehen konnte und vielleicht lag es daran, dass sie so geschützt im Inneren Kreis lebte, doch manchmal fühlte es sich immer noch nicht real an. Natürlich hatte sie sie auch schon gesehen und versorgt, die verletzten Soldaten, aber dennoch…
Es fiel ihr schwerer und schwerer, Worte zu finden oder einen Weg aus dieser Traurigkeit, die grad wieder und wieder kam. Sie wollte sich dort nicht hineinfallen lassen, denn es half niemandem, doch am Ende war sie auch nur ein Mensch mit Gefühlen. Es entstand eine Pause, in der sie versuchte das Gefühl abzuschütteln und keine rechten Worte fand. Und in der Stille dieser Pause erklang plötzlich eine helle Kinderstimme.
„Maaamaaaaaaaaaa….. Mamaaaaaaaaaaaaaa!!!“
Und noch bevor sie den Ruf erwidern konnte, hörte sie auch schon kleine Kinderstiefel die Treppe hocheilen und im nächsten Moment erschien wie der kleine Wirbelwind, der sie war, Meimei. Sie trug ihren hellgrünen Wintermantel, der nur unordentlich geschlossen war, Handschuhe und Mütze hatten es hoffentlich zumindest bis aufs Anwesen geschafft, waren aber momentan nicht am Kind selbst, und ihre Wangen waren so gerötet, dass Feilan wusste, dass sie den ganzen Weg bis hier her im Lauftempo zurückgelegt hatte. Ihr schulterlanges Haar hatte sich aus dem Haarband gelöst und ging widerspenstig in alle Richtungen. Sie hatte bis eben Unterricht bei Yoshu gehabt und war dann zurückgekommen. Vermutlich hatten die Gardisten hinter ihr her laufen müssen, dachte Feilan mit halb Amusement, halb Mitgefühl. Wo Meimei all ihre Energie hernahm war ein Mysterium.
„Mama, du wirst nie glauben was ich heute gelernt habe! Es war so TOLL und COOL! Pass auf, ich zeig’s dir! Zuerst stellt man sich so hin und dann nimmt man die Hände und-“ Meimei begann bereits in irgendeine Stellung zu gehen als Feilan sie mit einem Lächeln aber auch mit Bestimmtheit und Ruhe unterbrach. „Meimei, ich bin hier mit einem Gast. Möchtest du diesen vielleicht erst begrüßen und dich vorstellen?“.
Meimei erstarrte in ihrer halb begonnenen Vorführung und der lebhafte Blick ihrer dunklen Augen schien Yojana erst jetzt zu bemerken. Einen Moment dachte sie sichtbar nach. Feilan gab ihren Kindern viele Freiheiten, doch wenn es um dererlei Dinge ging war sie nachdrücklich, denn Manieren bei Hof waren einfach eine Basis die auch sie nicht vernachlässigen durften. Meimei jedenfalls schien sich an vergangene Lektionen zu erinnern, blinzelte und stellte sich ordentlich hin, dann verbeugte sie sich. „Guten Tag, ich bin Meimei, ehm, Prinzessin Meimei, Tochter von Prinz Yuan. Es freut mich Eure Bekanntschaft zu machen und eeehm… entschuldigt bitte die Störung!“. Mit einem Ausdruck von Stolz richtete sich wieder auf und grinste kurz in Feilans Richtung, bevor ihre Augen neugierig die Frau vor sich erforschten.
3. Dezember 2023 um 17:55 Uhr #1542
AnnöSpielerYojanas Worte ließen Feilan verlegen lächeln und einen Moment wollte sie abwehren, sagen, dass sie die tatsächliche Mutter nicht ersetzen konnte, doch das hatte die Feuerbändigerin letztenendes auch nicht gesagt. Und hatte Feilan Yoshu in der Küche nicht selbst angedeutet, das er für sie zur Familie gehörte? Also nickte sie nur wieder.
„Ich kann nur sagen, dass er mir außerordentlich ans Herz gewachsen ist.“, gab sie zurück. „Und ich bin froh, das wir so vieles für ihn tun konnten und können. Auch wenn es nicht immer genug war.“ In diesen letzten Worten schwang eine Traurigkeit mit, die Feilan immer fühlte, wenn sie daran dachte, was dieser noch so junge Mann in der Hauptstadt erlebt hatte. „Wir konnten ihn nicht vor Meng schützen, und das tut mir nach wie vor unendlich Leid. Ich hatte schlichtweg auch nicht erwartet, das er… soetwas tun würde. Aber Yoshu ist sehr stark. Er wird es überwinden.“. Das konnte Feilan mittlerweile sehen und es beruhigte diese wunde Stelle in ihrem Herzen.
Mit einem leisen Seufzen riss die Heilerin ihre Gedanken los von diesem Ereignis, denn es brachte doch nichts, in der Vergangenheit zu schwelgen, im Guten wie im Schlechten. Stattdessen schaute sie wieder zu Yojana. „Um hier Fuß zu fassen, in dieser Stadt, brauchte es vor allem eines, und das war eine Basis guter Beziehungen. Nicht zwangsläufig im politischen Sinne, sondern einfach im menschlichen. Bitte wisst, dass mein Mann und ich an Eure Absichten glauben und es uns eine Freude ist, Euch ein Heim zu bieten so lange ihr es benötigt.“.
3. Dezember 2023 um 16:47 Uhr #1540
AnnöSpielerEinen Moment schaute Feilan Yojana überrascht an, aber dann nickte sie langsam und ihr Blick wanderte zurück zu der Aussicht. „Oh, es gab damals ein großes Drama.“, begann sie langsam. Es war nicht ihre Art, über die inneren Abläufe der Königlichen Familie zu tratschen doch das Ereignis war schon länger her und hatte kaum noch Bedeutung. Oder vielleicht doch… „Ihr müsst wissen das Meng, als er fast noch eher ein Junge als ein Mann gewesen war, schrecklich verliebt gewesen war in eine Bürgerliche. Er hatte damals ein heißes und wankelmütiges Temperament und der Erdkönig stimmte nicht zu, egal wie sehr er ihn bekniete. Er kannte das Mädchen noch nicht lang und es mangelte ihm an Geduld… also lief er mit ihr weg. Doch er hatte wenig Erfahrung mit dem Leben außerhalb der Stadtmauern und sie blieben nur wenige Tage fort, bis er das Mädchen verletzt und sie beide unterkühlt zurückbrachte. Die Familie des Mädchens verbot ihm daraufhin den Umgang und als er nicht locker lassen wollte gingen sie sogar fort… Als Yuan dann Jahre später die Erlaubnis bekam, mich zu heiraten, nun… Ihr könnt es Euch vielleicht vorstellen.“.
Es war einer der Gründe gewesen, sich vom politischen Parkett fern zu halten. Feilan fragte sich in diesem Moment, ob dieses Ereignis wohl auch eine der Triebfedern gewesen war, welche Meng dazu gebracht hatte Yoshu so zu schaden. Es war leider nicht undenkbar bei seinem Naturell. „Ansonsten gab es nicht viele Neider, denn mein Mann galt als unnahbar und wunderlich.“, fuhr Feilan mit einem Schmunzeln fort. „Wir haben die innige Liebe für unsere Kunst gemeinsam, das war das erste, was uns verband… mittlerweile hat er sich verändert, aber damals war er schwer fort zu kriegen von seinen Büchern. Sein Vater war geradezu erleichtert, als er eine Frau mit zurück aus Taku brachte und nicht nur neues Material für die Bibliothek.“
Das war nicht mal ganz übertrieben. In jedem Fall hatte der Erdkönig sie sehr warm aufgenommen und dafür war Feilan ihm dankbar. „Wenn es weitere Feinde gab, dann weiß ich es nicht, doch wie gesagt, wir haben uns auch vom Hof fern gehalten soweit es ging. Yoshu hier aufzunehmen war unsere erste Entscheidung mit wirklicher politischer Tragweite seit langem.“. Und doch hatte es da wenig Fragen gegeben. Sicher, sie hätten auch einfach veranlassen können, dass er irgendwo unterkommt wo er es gut hatte, doch nachdem Sangye selbst für sein Leben gekämpft hatte, nachdem sie bemerkten wie wichtig ihrer Tochter dieser junge Mann war und vor allem nachdem Feilan bemerkte wie zerbrechlich sein tieferes Gefühl war… es hatte viele Gründe gegeben ihn zu beschüten, und Feilan bereute es nicht eine Sekunde, egal was noch daraus erwachsen mochte.
3. Dezember 2023 um 9:24 Uhr #1538
AnnöSpielerEinen Moment sinnierte Feilan über die Frage, erinnerte sich zurück an die Anfangszeit, als sie Yuan gerade kennengelernt hatte und wie ihr Leben diese so unerwartete Wendung genommen hatte. Dann nickte sie langsam. „Ja, es ist nicht einfach, besonders am Anfang. Als Yuan und ich bemerkten, das wir einander zugetan sind… naja, es warf mehr Fragen auf als es beantwortete. Ob es überhaupt möglich ist. Auf welche Art und Weise, mit welchen Konsequenzen. Ursprünglich wollten wir gar nicht in Ba Sing Se leben.“.
Ja, sie hatten andere Pläne gehabt. Yuan hatte sogar angeboten gehabt, sie zum Nördlichen Wasserstamm zu begleiten, doch das Klima dort war schwierig für Leute, die nicht dort geboren worden waren. Also hatten sie Taku ins Auge gefasst gehabt, wo Feilan regelmäßig die ihren treffen konnte und sie außerdem Ba Sing Se ganz gut erreichen konnten. Doch die Wünsche des Königs waren andere gewesen.
„Sein Vater wollte, dass er in der Nähe bleibt, glaube ich, darum übertrug er Yuan die Leitung des Institutes, und damit war es beschlossen. Aber es war ja nicht so das ich keine Wahl hatte. Ich hatte Zeit, darüber nachzudenken, mich zu informieren… und ich hatte jemanden an meiner Seite, der mich liebt und den ich liebe. Aber an den Hof habe ich mich nie ganz gewöhnt… wir wollten uns aus dieser Ebene heraushalten, darum lehnte ich alle Titel ab, um nicht wie ein Emporkömmling dazustehen, aber auch, weil ich nicht glaube, dass mir das liegt. Darum erstaunt mich meine Tochter umso mehr. Sie hat so viel Souveränität und Leidenschaft gefunden in dem was sie tut, und sie meistert es wie weder mein Mann noch ich es konnten.“
Sangye war dabei einen anderen Weg zu gehen, das spürte Feilan mit den Instinkten einer Mutter, und es machte sie ganz wie bei Meimei stolz und unruhig zugleich. Vielleicht kam sie jetzt langsam, die Zeit, in der sie lernen musste loszulassen. Vor dem Leben und den Veränderungen konnte sie ihr Kind nicht verstecken, und das wäre auch schädlich und würde nichts dienen außer ihrer eigenen Beruhigung. Und es war ohnehin nicht wirklich möglich, so eine Sicherheit zu finden. Sie konnte nur das Beste hoffen, so wie stets.
„Nun ja, aber das beantwortet Eure Frage vermutlich nicht.“, lachte Feilan dann plötzlich und kam aus ihren Gedanken zurück. „Es hat auch einfach Zeit gebraucht, freundliche Bekanntschaften, Geduld… ein neuer Anfang bedeutet immer auch Fehlschläge, doch wenn man sieht, dass das natürlich ist, statt zu glauben es wäre ein Zeichen des Versagens, dann wird es sich von selbst überwinden. Wobei Eure Lage da natürlich nochmal eine andere ist…“. Ja, Yojana und ihre Leute wurden von vielen gehasst, und es würde viel brauchen, das zu überwinden. Yoshu hatte Sangye gerettet, sein Land verraten und die Familie des Kronprinzen gerettet sowie Mengs Machenschaften ohne Gegenwehr ertragen, und erst all diese Dinge hatten zu der Veränderung geführt, die jetzt geschah. Vielleicht konnte seine Mutter mit ihren Leuten dort anknüpfen, denn der junge Schwertmeister hatte ohne Frage das erste Eis gebrochen.
2. Dezember 2023 um 20:17 Uhr #1536
AnnöSpieler„Was für ein schwieriges Schicksal.“, sagte Feilan anteilnahmsvoll. Derer gab es viele in der Welt, das war ihr wohl bewusst. Heimatlose, bettelnde Kinder fand man auf den Straßen jeder größeren Stadt, und ihre ungeschützten, jungen Schicksale stürzten oft tiefer und tiefer. Umso größer war Hakus Glück, dass er die Tochter der Meisterin gefunden hatte, und mit ihr den Weg zu Anleitung und einem neuen Heim. Die Bindung musste stark sein, denn er war seiner Meisterin trotz seiner Furcht bis hierher gefolgt, in den Angesicht eines möglichen Todes. So viel Vertrauen. Es sprach für die Frau, die ihn lehrte. „Nun, er kann hier jetzt Ruhe und Schutz finden. Wenn Ihr etwas braucht, lasst es mich einfach wissen. Wir werden tun was wir können, es Euch zur Verfügung zu stellen.“, wiederholte Feilan nur nocheinmal, was sie ohnehin schon gesagt hatte, doch ihre Erfahrung zeigte, dass es gut war, das Wichtige mehrfach zu sagen, da es mit jedem Mal etwas mehr im Herz und nicht nur im Kopf des anderen ankam.
Sie erreichten eine Treppe, welche die Anhöhe hinauf führte zur Plattform. Hier mussten sie hintereinander gehen, was ein Gespräch schwieriger machte, und so ging Feilan einfach vorn weg. Die Stufen waren mit einer dünnen Schicht Schnee bedeckt und die Heilerin ging vorsichtig, denn es konnte leicht Eis darunter sein. Außerdem kam sie bei so steilen Aufstiegen schnell außer Atem, eine der Dinge die sie von Meimeis schwieriger Geburt zurückbehalten hatte, doch das machte nichts und sie ging langsam und geduldig. Als sie oben ankam steuerte Feilan eine der Bänke an und ließ sich erst einmal darauf nieder. „Diesen Bereich könnt Ihr auch besuchen. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf den inneren Ring, und den Himmel, so man möchte. Es ist tags wie nachts sehr schön.“. Dann schwieg sie, gab ihrem Gast erst einmal Zeit die Aussicht zu genießen. Vor allem aber auch wollte sie nicht, dass dies hier in ein Ausfragen ausartete, und so zügelte sie erstmal ihre Neugierde auf alles mögliche, was Yojana gesagt hatte, und gab ihr nicht nur Raum für diesen Ort, sondern auch um selbst etwas in Erfahrung zu bringen, so sie es wollte.
2. Dezember 2023 um 19:01 Uhr #1534
AnnöSpieler„Ich verstehe.“, antwortete Feilan. „Dann ist dieses Vorgehen wohl das Beste. Er wird ohnehin noch einige Tage brauchen, bis er wieder ganz auf den Beinen ist, denke ich. Weniger wegen des Fiebers sondern eher wegen der ganzen Anstrengung und Aufregung. Es wäre sicher wichtig, wenn er in nächster Zeit erstmal in einer stabilen Umgebung sein kann um sich sammeln zu können. Ich hoffe, die Order des Königs berücksichtigt das.“. Wenn nicht würde Yuan vielleicht versuchen können, auf seinen Vater einzuwirken. Es hatte etwas gedauert, nach der Angelegenheit um Yoshu, bis das Selbstvertrauen ihres Mannes sich wieder erholt hatte. Die Wahrheit war, dass so ein Fehlschlag immer passieren konnte, in der Heilung, in der Politik, im Leben. Doch natürlich war es schwerer hinzunehmen, wenn es Leid erzeugte, doch das passierte ihnen auch in ihren regulären Tätigkeiten. Erst nachdem Feilan Yuan gezwungen hatte, dieser Tatsache ins Auge zu sehen, war es besser geworden, doch es hatte gedauert, bis Yuan sich gegenüber Yoshu hatte unbefangen verhalten können. Ganz wie die Wunden des jungen Schwertmeisters brauchten auch ihrer aller Wunden, die sie ebenso verletzt worden waren von diesen Vorkommenissen, Zeit, zu heilen.
Feilan setzte sich wieder in Bewegung und ging mit Yojana am Gartenhaus vorbei, so dass sie einen Blick hineinwerfen konnten durch die Fenster, bevor sie einem kleinen Pfad zwischen den Bäumen folgten, der sie in Richtung der Aussichtsplattform bringen würde. „Wie kommt es, das Haku sich ebenso entschieden hat die Feuernation zu verlassen? Wo sind seine Eltern?“, fragte Feilan frei heraus. Das hatte sie sich schon gefragt, seit sie den jungen Mann das erste Mal gesehen hatte.
1. Dezember 2023 um 15:55 Uhr #1532
AnnöSpieler„Wenn das so ist möchte ich gern vorschlagen, das wir zuerst den Garten besichtigen. Sicher würde Euch etwas Bewegung und frische Luft gut tun?“. Es überraschte Feilan nicht, dass ihr Gast diesem Vorschlag sofort zustimmte. Sie wusste wie gern Yoshu sich bewegte und es auch brauchte, um Ruhe zu finden, und es würde sie nicht wundern wenn es sich bei den anderen Kämpfern gleichermaßen verhielt. „Dann sollten wir uns warm einpacken, trefft mich doch gleich wieder an der Terassentür?“.
Man hatte den Feuerbändigern einen Grundstock an simpler aber guter Kleidung zur Verfügung gestellt, welche dem Wetter gut standhalten konnte. Ihre Reisesachen wurden noch gewaschen und geflickt, sie waren trotz des langen Weges immer noch in zu guter Verfassung um sie zu entsorgen, das wäre in Zeiten wie diesen Verschwendung. Doch das würde eben noch einen Moment in Anspruch nehmen.
Feilan selbst ließ ihre Teeschale und das Set im Terassenzimmer zurück, darum würde sie sich später kümmern. Stattdessen ging sie in die Räumlichkeiten, die sie mit Yuan teilte, und warf sich einen Schal über Kopf und Hals und darüber ihren dicken Wintermantel, sowie die Winterstiefel. So ausgestattet traf sie Yojana am der Terassentür wieder und gemeinsam schritten sie hinaus in die klirrende Kälte. Obwohl die Sonne nicht schien, war es ein schöner Tag. Grad schneite es nicht und es ging auch kein unangenehmer Wind.
„Das Gartengelände ist sehr groß. Ich möchte Euch gern den privaten Teil des Gartens, den nur meine Familie nutzt, zeigen, denn das ist auch der in dem ich Euch empfehlen würde Euch aufzuhalten. Hier werdet Ihr niemandem von außerhalb begegnen und es ist sehr ungestört. Kommt.“. Feilan hielt auf einen Weg zu der von der Terasse weg, etwas bergab und unter einigen Bäumen langführte. Die Wege waren in sehr gutem Zustand, und einen Moment musste die Heilerin in sich hinein lächeln in Dankbarkeit an Yoshus treue Dienste. „Dieser Weg führt zu einem kleinen Gartenhaus“, erklärte Feilan. „Mein Mann hat es für mich bauen lassen, als Rückzugsort… Yoshu hat hier in seiner ersten Zeit gewohnt, daher dachte ich, dass Ihr es vielleicht gern sehen wollt.“.
Das Gelände war groß und es dauerte einige Minuten, bis das Gartenhäuschen auftauchte. Auch hier war sorgfältig geräumt und es überraschte Feilan nicht, dass Yoshu auch diesen Ort bedacht hatte. Momentan wurde das Häuschen nicht mehr genutzt und stand kalt und leer, doch es war dennoch sehr gut zugänglich. „Der Platz vor dem Häuschen eigenen sich gut zum Üben und die Hecken halten störende Blicke fern… wenn Ihr einen Ort braucht für Euch oder die Euren, um Eure Kunst zu praktizieren, biete ich Euch diesen hier gern an.“. Feilan blieb bei der Gartenhäuschentür stehen, um Yojana erstmal etwas Zeit zu geben, sich einen Eindruck von dem Ort zu machen.
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